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Kyriakos Papadopoulos begeistert
Beim Heimkampf gegen die KG Baienfurt/Ravensburg II verbuchen die Ringer des SV Fellbach mit 13:21 Punkten ihre zweite Saisonniederlage.
Fellbach. Es war ein klassischer Fehlstart, den die Ringermannschaft des SV Fellbach am Samstagabend den rund 75 Zuschauern präsentierte: Rasch war die SVF-Auswahl nach Niederlagen von Lamin Bojang, dem erstmals ins Aufgebot gerückten Recep Gürel sowie von Gerasimos Zagliveris mit 0:11 gegen die KG Baienfurt/Ravensburg II in Rückstand geraten und unterlag schließlich mit 13:21. Weil zudem die wenig später geforderte und beim SV Fellbach notorisch schlecht besetzte Freistilklasse bis 98 Kilogramm diesmal gänzlich ohne Vertreter der Gastgeber blieb, war schon früh die Luft aus dieser Begegnung in der Verbandsliga raus. Erst Enes Güven gelang es gegen Aaron Dodrimont mit einem 11:5-Punktsieg die ersten beiden Zähler für den SV Fellbach einzusammeln. Der Halbzeitstand von 15:2 aus Sicht der Kampfgemeinschaft von Baienfurt und Ravensburg bot dennoch wenig Raum für Optimismus bei den für den verhinderten Fellbacher Cheftrainer Tariel Shavadze eingesprungenen Betreuern Dimitrios Papadopoulos und Kevin Karl. Immerhin sorgte nach dem Pausensprudel Tornike Katamadze mit seinen vorzeitigen Sieg über William Lehn für eine positive Überraschung bei Kevin Karl. „Ich kenne seinen Gegner. Er ist ein starker Ringer und ich hätte nicht gedacht, dass Tornike gegen ihn technisch überlegen gewinnt“, sagte der 18- Jährige, der am kommenden Samstag wohl seine Erstligapremiere im Team des ASV Schorndorf feiert, bei Einzelmeisterschaften aber weiterhin für den SV Fellbach startet. Im siebten Kampf des Abends musste dann jedoch der zweifache deutsche Jugendmeister Noel Lozancic eine rasche Schulterniederlage gegen den Baienfurter Heshmat Akbari hinnehmen. Obwohl zu diesem Zeitpunkt der SV Fellbach auch theoretisch keine Siegchance mehr hatte, entfachte der 16- jährige Kyriakos Papadopoulos nach einer Schrecksekunde Begeisterung. Im Anschluss an einen Wurf hatte ihn sein Gegner Viktor Odal am Rande einer Schulterniederlage. Aus dieser gefährlichen Lage befreite sich der Teenager jedoch artistisch, konterte mit zwei Viererwertungen und sicherte seinen 18:4-Punkterfolg mit weiteren gelungenen Aktionen ab. Nach einer 4:11 Punktniederlage von Sokratis Kazantzidis gelang es Gocha Meladze mit einem Schultersieg gegen Eric Klat die Ergebniskorrektur zum 13:21-Endstand und nach 16 Sekunden zugleich der schnellste Sieg des Tages.
SV Fellbach – KG Baienfurt/Ravensburg II. 80 kg (Freistil): Bojang – Härdtner 0:4-Überlegenheitsniederlage (Gesamt: 0:4); 57 kg (Fr.): Gürel – Hafner 0:4-Schulterniederlage (0:8); 130 kg (griechisch-römisch): Zagliveris – Weißhaar 0:3-Punktniederlage (0:11); 61 kg (gr.-r.): Güven – Dodrimont 2:0-Punktsieg (2:11); 98 kg (Fr.): SVF ohne Kämpfer (2:15); 66 kg (Fr.): Katamadze – Lehn 4:0-Punktsieg (6:15); 86 kg (gr.-r.): Lozancic – Akbari 0:4-Schulterniederlage (6:19); 71 kg (gr.-r.): Papadopoulos – Odal 3:0-Punktsieg (9:19); 75 kg (Fr.): Kazantzidis – Mayr 0:2- Punktniederlage (9:21); 75 kg (gr.-r.): Meladze – Klat 4:0-Schultersieg (13:21).
Von Michael Käfer
20.09.2025

Erster Dämpfer für SVF-Team
Der Oberliga-Absteiger unterliegt in der Verbandsliga dem Team des Aufsteigers KSV Aalen 05 mit 6:23.
Aalen. Nach dem erfolgreichen Ligaauftakt, den die Ringer des SV Fellbach vor einer Woche gegen die Neckarunion Münster-Remseck mit 20:10 für sich entschieden hatten, folgte am Samstag gleich der erste Dämpfer in der noch jungen Verbandsliga-Saison: Gegen den Landesliga-Aufsteiger KSV Aalen 05 setzte es eine deutliche 6:23-Niederlage. „Wir waren eigentlich zuversichtlich, dass es auch diesmal mit einem Sieg klappt“, sagte Fellbachs Sportlicher Leiter Thomas Heumann nach dem Kräftemessen in der Aalener Thomas-Zander-Halle. Indes bewiesen die Gastgeber um Trainer Anton Nuding bei ihrer Saisonpremiere - zum Start der Verbandsliga hatte der Aufsteiger kampffrei - warum sie 2024 ungeschlagen Meister der Landesliga geworden waren. Vor allem vor der Pause zeigte sich der frühere Erstligist klar überlegen und zog mit 14:0 davon. Erst Tornike Katamadze konnte mit einem Überlegenheitssieg gegen Lian Both vier Zähler für den SV Fellbach um Trainer Tariel Shavdze einsammeln und zum Pausenstand von 14:4 verkürzen. Der ehemalige Jugend-Europameister ist nach einer verletzungsbedingten Pause auf dem Weg zu alter Stärke. Katamadze sowie sein georgischer Landsmann Gocha Meladze und Noel Lozancic waren die einzigen drei Punktesammler des SVF. Noel Lozancic, der in der Klasse bis 86 Kilogramm gegen den Aalener Trainersohn Dennis Nuding mit 3:1 triumphierte, konnte als einziges Fellbacher Eigengewächs siegen. „Ich kann der Mannschaft keinen großen Vorwurf machen“, sagte Thomas Heumann. Die Moral seiner Equipe sieht er uneingeschränkt intakt: „Alle Kämpfe waren richtig gut.“ Bereits am nächsten Samstag (19.30 Uhr, Silcherhalle) hat der aktuell sechstplatzierte SVF gegen die punktgleiche KG Baienfurt/ Ravensburg II die nächste Siegchance.
KSV Aalen 05 – SV Fellbach: 57 kg (Freistil): Friedel – Marcel Kunst 4:0-Überlegenheitssieg (Gesamt: 4:0); 130 kg (griechisch-römisch) Kalay – Zagliveris 3:0-Punktsieg (7:0); 61 kg (gr.-r.): Honold – Güven 3:0-Punktsieg (10:0); 98 kg (Fr.): Lovin – Verletis 4:0- Überlegenheitssieg (14:0); 66 kg (Fr.) Both – Katamadze 0:4-Überlegenheitsniederlage (14:4); 86 kg (gr.-r.): Nuding – Lozancic 0:1-Punktniederlage (14:5); 71 kg (gr.-r.): Anton – Papadopoulos 1:0- Punktsieg (15:5); 80 kg (Fr.): Soltayev – Bojang 4:0- Überlegenheitssieg (19:5); 75 kg (Fr.): Tajik – Kazantzidis 4:0-Überlegenheitsieg (23:5); 75 kg (gr.-r.): Eismont – Meladze 0:1-Punktniederlage (23:6).
Von Michael Käfer
13.09.2025

Einzigartiges Projekt
Nach der Auftaktbegegnung der Fellbacher Ringer kürzlich in der Türkei, ist der Gegenbesuch in der zweiten Septemberwoche geplant.
Balikesir. Die Ringerabteilung des SV Fellbach hat – zumindest nach Kenntnis aller Beteiligter – ein bislang bundesweit einzigartiges Austauschprojekt mit der Türkei jüngst in die Tat umgesetzt. Eine 19-köpfige Abordnung um den SVF-Trainer Tariel Shavadze besuchte die westtürkische Stadt Balikesir. Dort kamen vor allem die 15 mitgereisten Kämpfer kräftig ins Schwitzen. Der von der Deutschen Sportjugend, der Deutsch-Türkischen Brücke sowie der Jugend- und Sportdirektion Balikesir unterstütze Besuch war mehr als ein reines Trainingslager. „Wir wurden empfangen wie eine Nationalmannschaft“, berichtet Dilek Bilgiç. Die in der Ringerabteilung vielfältig aktive Mutter des aktuellen deutschen U-14-Meisters Can Dogan hat den Austausch dank ihrer türkischen Sprachkenntnisse in monatelanger Arbeit vorbereitet und begleitet. Wichtigster Programmpunkt war ein Turnier mit türkischen Ringern, die teilweise aus mehreren hundert Kilometern Entfernung angereist waren. Vom SVF holten Can Dogan, Recep Gürel, Kyriakos und Christos Papadopoulos sowie Lias Lade Gold. Daneben standen vier Trainingseinheiten auf dem Programm. Aber auch in Varianten des klassischen Ringens ließen sich die SVF-Athleten einweihen. So besuchten sie in der 55 Kilometer nördlich von Balikesir gelegenen Kreisstadt Gönen ein Turnier im Ölringen. Zudem gab es Ausflüge wie eine Jeep-Safari im Kazdağı-Gebirge oder zum Strand von Edremit. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch von Yasemin Adar, der Weltmeisterin von 2017 und mehrfachen Europameisterin. Der Besuch in der Türkei soll kein einmaliger Ausflug gewesen sein. „Am 8. September begrüßen wir für eine Woche die türkische Delegation bei uns“, sagt Dilek Bilgic.
Von Michael Käfer
12.09.2025

„Ich war so gut drauf und dann habe ich am Boden kurz nicht aufgepasst und vorbei war die WM." Kevin Karl
Ein schwarzer Tag in Samokov für Kevin Karl
Bei den U-20-Weltmeisterschaften scheidet der Ringer vom SV Fellbach bereits in der ersten Runde aus.
Samokov. Es war für den ambitionierten Nachwuchsringer Kevin Karl ein Tag zum Vergessen. Hoffnungsvoll und mit großen Erwartungen an sich selbst war der 18-Jährige am vergangenen Freitag in der Arena von Samokov auf die Ringermatte getreten. Das gleichnamige Städtchen in Westbulgarien war bis Sonntag Austragungsort der U-20- Weltmeisterschaften. Für den Bronzemedaillengewinner der letztjährigen U-17- Europameisterschaften war der Sprung in die neue Altersklasse U20 jedoch zu groß, um die erhoffte vordere Platzierung zu erringen. In der Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm musste sich der Spezialist für die Stilart griechisch-römisch bereits in der Qualifikationsrunde dem Ungarn Attila Jozsa glatt mit 0:10 geschlagen geben. Hinterher war die Ratlosigkeit des eher für elegante Techniken als für plumpe Kraftakte bekannten Ringers vom SV Fellbach groß: „Ich kann es mir selbst nicht erklären, wie das alles passieren konnte. Ich war so gut drauf und dann habe ich am Boden kurz nicht aufgepasst und vorbei war die WM.“ Erschwerend kam hinzu, dass der Ungar kein unüberwindlicher Gegner war. Zwar verfügt er über Erfahrungen aus fünf internationalen Meisterschaften, kann aber bislang keine vordere Platzierung vorweisen. Auch diesmal unterlag er im Achtelfinale dem Usbeken Fayozbek Eshmirzaev mit 2:7 nach Punkten. Mit dieser Niederlage war für Kevin Karl auch die Chance vorbei, in die Hoffnungsrunde einzuziehen. Sehr enttäuscht zeigte sich auch der für den Greco-Nachwuchs zuständige Bundestrainer Christian Fetzer, der Kevin Karl als einen von lediglich vier Startern für die Weltmeisterschaften nominiert hatte: „Kevin hat sein Leistungsvermögen in keiner Weise abgerufen. Den Gegner aus Ungarn muss er, wenn er denn überhaupt eine kleine Rolle spielen möchte, klar besiegen.“ Immerhin: Als Angehöriger des jüngsten Jahrgangs hat Kevin Karl – falls er erneut nominiert werden sollte - zwei weitere Chancen, sich bei Welttitelkämpfen zu beweisen. Dass der Altersvorteil durchaus einen großen Unterschied ausmachen kann, beweist der Blick auf die vorderen Ränge. Drei der vier Medaillengewinner (es werden zwei Bronzemedaillen vergeben) in der Klasse bis 67 Kilogramm haben ihren 20. Geburtstag bereits gefeiert.
Von Michael Käfer
17.08.2025

Trainer-Tochter sichert sich den nationalen Titel
Maia Shavadze ist deutsche U-14-Meisterin im Ringen – SV Fellbach in der Teamwertung auf Rang fünf unter 71 Vereinen.
Riegelsberg. Die Ringer des SV Fellbach haben am Wochenende ihre Erfolgsserie bei deutschen Nachwuchsmeisterschaften fortgesetzt. Nach ihren männlichen Kollegen waren jetzt in Riegelsberg die Ringerinnen der Altersklassen U14 und U17 gefordert. Tariel Shavadze, Trainer der Fellbacher Ringer, war bei den nationalen Titelkämpfen diesmal sogar in einer Doppelrolle auch als Vater gefordert: Außer der zweifachen Titelträgerin und Vorjahresfünften Eleni Zagliveri, starteten Maia und Lisa Shavadze- die Töchter von Tariel Shavadze. Der mit 13 Jahren jüngsten Vertreterin des SV Fellbach war es vorbehalten, die vierte DM-Goldmedaille in diesem Jahr für ihren Verein zu erkämpfen. Maia Shavadze hatte bereits vor einer Woche bei den Tallinn Open gegen starke Konkurrenz aus ganz Europa die Silbermedaille gewonnen und war folglich bei den deutschen Meisterschaften Titelfavoritin. Umso mehr, als Maia Shavadze in Tallinn noch eine Gewichtsklasse höher gestartet war und jetzt auf das Limit von 42 Kilogramm abgenommen hatte. In der ersten Runde bekam sie es mit einer Gegnerin zu tun, die einen in Ringerkreisen überaus klingenden Namen trägt. Sophia Zander ist die Tochter des ehemaligen Weltmeisters, Olympia-Silbermedaillengewinners von Atlanta und vielfachen Europameisters Thomas Zander. „Es war ein ausgeglichener Kampf“, bilanzierte Tariel Shavadze nach dem 5:2-Punktsieg seiner Tochter gegen die spätere Bronzemedaillengewinnerin aus Aalen. Nach zwei vorzeitigen Siegen traf Maia Shavadze im Finale auf die letztjährige deutsche Vizemeisterin Greta Röttgen (KSC Graben-Neudorf), die sie kürzlich bereits bei den offenen Hessenmeisterschaften bezwingen konnte. Mit einem ungefährdeten 10:3-Punktsieg erkämpfte Maia Shavadze nun die Goldmedaille. Für ihre Schwester Lisa Shavadze, 16, standen die Meisterschaften dagegen unter einem ungünstigen Stern. Mit einer Knöchelverletzung angereist, schied die letztjährige WM-Teilnehmerin nach zwei Niederlagen in der Klasse bis 57 Kilogramm aus. Für Tariel Shavadze war auch Eleni Zagliveri eine klare Medaillenkandidatin und startete standesgemäß mit zwei vorzeitigen Siegen ohne einen technischen Punkt abzugeben. Gegen die spätere Vizemeisterin Lea Lingscheidt (AC Ückerath) und Aliya Leistner (RV Thalheim) musste Eleni Zagliveri dann jedoch zwei Niederlagen hinnehmen und landete in der Klasse bis 49 Kilogramm auf Platz vier. Als erfolgreichster Verein in Baden-Württemberg rangiert der SV Fellbach in der Teamwertung auf Platz fünf.
Von Michael Käfer